Von ein paar hundert bis zu fünfstelligen Beträgen. Woraus sich der Preis zusammensetzt und woran man faule Angebote erkennt.
Die Frage kommt in fast jedem Erstgespräch, meistens gegen Ende und ein bisschen verlegen. Die ehrliche Antwort lautet: zwischen ein paar hundert und einigen zehntausend Euro. Das hilft niemandem, deshalb hier der Versuch, die Spannen aufzuschlüsseln und die Preise nachvollziehbar zu machen.
Der größte Posten ist fast nie die Technik. Es sind die Inhalte. Struktur überlegen, Texte schreiben, Bilder besorgen und aufbereiten: Das macht bei einer typischen Unternehmensseite gut die Hälfte des Aufwands aus. Wer das selbst liefert, senkt den Preis erheblich, und wer es zusagt und dann nicht liefert, verzögert das Projekt um Monate.
Der zweite Posten ist die Gestaltung. Hier liegt der Unterschied zwischen einem gekauften Layout, in dem Farben getauscht werden, und einem Entwurf, der auf deinen Betrieb zugeschnitten ist. Beides hat seine Berechtigung, kostet aber unterschiedlich viel und altert unterschiedlich schnell.
Der dritte Posten ist Technik: Umsetzung, Einrichtung, Ladezeit, Zugänglichkeit, Formulare, Sicherheit. Der vierte sind Sonderfunktionen, also alles was über Seiten anzeigen hinausgeht. Genau dort explodieren Angebote, weil ein Kundenbereich oder eine Anbindung an vorhandene Software schnell mehr Aufwand ist als die komplette restliche Seite.
Ein Baukasten, selbst befüllt, kostet dich vor allem Zeit und im Jahr einen niedrigen dreistelligen Betrag. Für einen Nebenerwerb oder einen Verein ist das eine völlig vernünftige Lösung, und niemand sollte dir daraus einen Vorwurf machen.
Eine professionell gebaute Unternehmensseite mit fünf bis zehn Unterseiten, eigenen Texten und ordentlicher Technik bewegt sich im mittleren vierstelligen Bereich. Kommen mehr Seiten, mehrere Sprachen oder ein Kundenbereich dazu, wird es fünfstellig. Große Projekte mit Anbindung an Warenwirtschaft, vielen Redakteuren und laufender Weiterentwicklung liegen darüber, sind aber auch selten das, wonach hier jemand sucht.
Es gibt reichlich Angebote, die günstig aussehen und es nicht sind. Drei Muster tauchen immer wieder auf. Erstens: eine Monatsrate über achtundvierzig Monate, an deren Ende dir die Seite nicht gehört. Rechne die Rate hoch und vergleiche mit einem Kaufpreis, dann siehst du was das kostet.
Zweitens: ein niedriger Grundpreis, bei dem Texte, Bilder und Rechtstexte nicht enthalten sind. Das steht meistens im Kleingedruckten, und im Ergebnis liegt das Projekt ein Jahr, weil niemand Lust hat, dreißig Seiten Text zu schreiben.
Drittens: unklare Eigentumsverhältnisse. Frag ausdrücklich, wem Domain, Dateien und Zugänge nach Abschluss gehören. Wenn die Antwort ausweicht, weißt du genug. Diese eine Frage ersetzt die halbe Angebotsprüfung.
Nach dem Start kommen Domain und Hosting, meist zehn bis dreißig Euro im Monat, je nach Anspruch auch mehr. Dazu Updates und Sicherheit, entweder als eigene Arbeit oder als Betreuung. Wer beides ignoriert, hat nach zwei Jahren eine veraltete und angreifbare Seite, und die Reparatur kostet mehr als die Pflege gekostet hätte.
Sinnvoll ist außerdem ein kleines jährliches Budget für Inhalte. Eine Website, die drei Jahre unverändert steht, verliert Sichtbarkeit, selbst wenn sie technisch einwandfrei ist. Das muss nicht viel sein, aber es sollte eingeplant sein.
Wer drei Angebote einholt, bekommt oft drei völlig unterschiedliche Zahlen für scheinbar dasselbe. Das liegt selten an Gier, sondern daran, dass jeder etwas anderes hineinkalkuliert hat. Der eine rechnet Texte mit, der andere nicht. Der eine plant zwei Korrekturrunden ein, der andere keine. Der eine sichert Ladezeit und Zugänglichkeit zu, der andere erwähnt beides nicht.
Hilfreich ist, den Anbietern dieselbe kurze Liste zu geben: Anzahl Seiten, wer Texte liefert, wer Bilder liefert, welche Funktionen gebraucht werden, wie viele Korrekturrunden erwartet werden. Dann sind die Zahlen tatsächlich vergleichbar, und die Unterschiede sagen etwas aus.
Am Ende zählt eine einzige Rechnung: Wie viele zusätzliche Anfragen bringt die Seite, und was ist ein Auftrag bei dir wert. Bei einem Handwerksbetrieb mit Auftragswerten im vierstelligen Bereich hat sich eine gute Seite nach wenigen Aufträgen bezahlt. Bei einem Angebot mit zwanzig Euro Marge sieht diese Rechnung völlig anders aus.
Deshalb ist die erste Frage im Gespräch bei uns nie, was du ausgeben willst, sondern was ein Kunde bei dir wert ist. Daraus ergibt sich fast von selbst, welcher Aufwand angemessen ist. Und manchmal ist die ehrliche Antwort, dass eine schlanke Lösung völlig reicht.
Mehr dazu, wie wir das in Projekten umsetzen, steht bei Website erstellen lassen mit Festpreis.
Wenn dich etwas davon konkret betrifft, schreib uns kurz. Wir antworten auch, wenn daraus kein Auftrag wird.
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