Glossar

Glossar der wichtigsten Begriffe

Vierzig Ausdrücke, die in Angeboten und Berichten auftauchen, in verständlicher Form erklärt.

Die Branche redet gern in Abkürzungen, und das ist selten Absicht. Wer den ganzen Tag damit arbeitet, vergisst irgendwann, dass Begriffe wie Canonical oder INP außerhalb dieser Welt niemandem etwas sagen. Damit du in Angeboten und Berichten nicht raten musst, stehen hier die vierzig Ausdrücke, die uns in Kundengesprächen am häufigsten begegnen.

Die Erklärungen sind bewusst knapp gehalten und beschreiben, was der Begriff praktisch bedeutet, nicht was in der Fachliteratur dazu steht. Wo etwas strittig oder überbewertet ist, steht das dabei.

Websites und Technik

Content-Management-System
Software, mit der Inhalte einer Website ohne Programmierkenntnisse gepflegt werden. WordPress ist das verbreitetste. Der Vorteil liegt weniger in der Technik als darin, dass man jederzeit jemanden findet, der damit umgehen kann.
Responsive Design
Aufbau, bei dem sich das Layout an die Bildschirmbreite anpasst, statt für Handy und Monitor zwei getrennte Fassungen zu pflegen. Seit Jahren Standard, wird aber oft nur halb umgesetzt, etwa bei Tabellen und Formularen.
Core Web Vitals
Drei Messwerte, mit denen Google das Nutzungserlebnis bewertet: Ladeeindruck, Reaktionsfähigkeit und Layoutstabilität. Sie sind ein Signal unter vielen und ersetzen keine gute Antwort auf die Frage des Besuchers.
INP
Interaction to Next Paint. Misst, wie lange es dauert, bis eine Seite auf eine Eingabe sichtbar reagiert. Hat im März 2024 den Vorgängerwert FID abgelöst, der nur die allererste Interaktion betrachtet hat.
Cache
Zwischenspeicher, in dem fertig berechnete Seiten liegen, damit sie nicht bei jedem Aufruf neu erzeugt werden müssen. Bringt bei dynamischen Seiten oft den größten Geschwindigkeitsgewinn und verursacht die meisten Verwirrungen bei Änderungen.
Hosting
Der Platz auf einem Server, auf dem die Website liegt. Bei günstigen Angeboten teilen sich viele Kunden eine Maschine, was sich in der Antwortzeit bemerkbar macht. Manchmal ist ein besserer Tarif die günstigste Optimierung überhaupt.
TLS-Zertifikat
Sorgt für die verschlüsselte Verbindung zwischen Browser und Server, erkennbar am Schloss und an der Adresse mit https. Heute kostenlos verfügbar und faktisch Pflicht, auch ohne Formular auf der Seite.
Staging
Eine Kopie der Website zum Testen, getrennt vom laufenden Betrieb. Wichtig ist, dass sie für Suchmaschinen gesperrt bleibt, sonst existiert die Seite doppelt und keine der Fassungen kommt richtig zum Zug.

Suchmaschinen

Index
Der Bestand an Seiten, die eine Suchmaschine kennt und ausliefern kann. Eine Seite kann abgerufen worden sein, ohne im Index zu landen, etwa weil sie als zu ähnlich zu einer anderen bewertet wurde.
Crawler
Programm, das Websites automatisch abruft und Verweisen folgt. Was ein Crawler nicht sieht, weil es erst im Browser entsteht oder hinter einem Dialog liegt, existiert für die Suchmaschine nicht.
Title
Die Überschrift, die in den Suchergebnissen erscheint und im Browsertab steht. Als Faustregel sollte sie unter etwa 55 Zeichen bleiben, sonst wird sie abgeschnitten oder von Google umgeschrieben.
Meta Description
Der Beschreibungstext unter dem Suchergebnis. Kein Ranking-Faktor, aber ein Werbetext, der über den Klick entscheidet. Sinnvoll sind 120 bis 140 Zeichen mit einer konkreten Aussage statt einer Aufzählung von Begriffen.
Canonical
Angabe im Quelltext, welche Adresse als die maßgebliche für einen Inhalt gilt. Wichtig, wenn derselbe Inhalt unter mehreren Adressen erreichbar ist, etwa mit und ohne angehängte Parameter.
Weiterleitung 301
Dauerhafte Umleitung von einer alten auf eine neue Adresse. Der zentrale Handgriff bei jedem Relaunch. Eine vorübergehende Weiterleitung an dieser Stelle sorgt dafür, dass die alte Adresse im Index bleibt.
Interne Verlinkung
Verweise zwischen den eigenen Seiten. Sie steuern mit, was eine Suchmaschine für wichtig hält, und sind die unspektakulärste Stellschraube, an der bei gewachsenen Seiten am meisten liegen bleibt.
Backlink
Ein Verweis von einer fremden Seite auf die eigene. Zählt weiterhin, aber Qualität schlägt Menge deutlich. Gekaufte Links aus Verzeichnissen schaden inzwischen häufiger, als sie nützen.

Künstliche Intelligenz und neue Suche

Sprachmodell
Ein System, das aus großen Textmengen gelernt hat, welches Wort auf welches folgt. Daraus entsteht die Fähigkeit, Fragen zu beantworten, aber auch die Neigung, plausibel klingende Angaben zu erfinden.
Prompt
Die Eingabe, mit der man ein Sprachmodell anweist. Je präziser die Aufgabe, die Rolle und das gewünschte Format beschrieben sind, desto brauchbarer ist das Ergebnis. Der größte Hebel ist mitgeliefertes Material.
Halluzination
Der Fachbegriff dafür, dass ein Modell Fakten erfindet, ohne es kenntlich zu machen. Zahlen, Paragrafen und Zitate sind besonders betroffen. Deshalb gehört zu jeder produktiven Anwendung eine Prüfstelle.
RAG
Verfahren, bei dem ein Modell vor der Antwort zuerst in hinterlegten Dokumenten sucht und die Antwort daraus formuliert. Reduziert Erfindungen deutlich und erlaubt Quellenangaben, mit denen man Ergebnisse überprüfen kann.
GEO
Generative Engine Optimization. Die Arbeit daran, in Antworten von KI-Systemen genannt zu werden. Setzt auf klar abgegrenzte Aussagen, saubere Struktur und Erwähnungen außerhalb der eigenen Website.
AI Overviews
Zusammenfassungen, die Google über den normalen Treffern anzeigt. Sie beantworten einfache Fragen direkt und kosten informativen Seiten Klicks. Seiten mit klarer Abschlussabsicht sind deutlich weniger betroffen.
llms.txt
Eine Textdatei im Wurzelverzeichnis, die das Angebot einer Website für Sprachmodelle zusammenfasst. Kein offizieller Standard, aber in zwei Stunden angelegt und ohne Risiko. Wirkung sollte niemand versprechen.
KI-Agent
Ein System, das nicht nur antwortet, sondern selbst handelt: Seiten aufruft, Formulare ausfüllt, Anbieter vergleicht. Scheitert regelmäßig an Inhalten, die erst im Browser entstehen, und an Zustimmungsdialogen.

Marketing und Messung

Conversion
Eine Handlung, die für dich zählt: eine Anfrage, ein Anruf, eine Bestellung, eine Bewerbung. Ohne saubere Definition ist jede Auswertung wertlos, weil unklar bleibt, worauf optimiert wird.
Conversion Rate
Anteil der Besucher, die eine solche Handlung ausführen. Bei Dienstleistern liegt sie meist im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Vergleiche mit Branchendurchschnitten helfen wenig, Vergleiche mit dem eigenen Vormonat schon.
Landingpage
Eine Seite mit genau einem Ziel, meist für eine Kampagne. Kurz, ohne ablenkende Navigation, mit einer klaren Handlungsaufforderung. Der Unterschied zur Startseite ist der fehlende Anspruch, alles gleichzeitig zu erklären.
CPC
Cost per Click, also der Preis für einen Klick auf eine Anzeige. Für sich genommen wenig aussagekräftig. Entscheidend sind die Kosten pro Anfrage und was eine Anfrage bei dir am Ende wert ist.
Zielvorhaben
Die technische Definition, wann eine Conversion gezählt wird. Der häufigste Fehler in übernommenen Konten: Das Zielvorhaben löst bei jedem Seitenaufruf aus und meldet Anfragen, die es nie gab.
Einwilligung
Die Zustimmung des Besuchers, bevor Analyse- und Werbewerkzeuge geladen werden dürfen. Je nach Publikum stimmt nur ein Teil zu, entsprechend fehlt in jeder Auswertung ein Anteil der Realität.
Absprungrate
Anteil der Besucher, die nur eine Seite ansehen. Wird häufig überinterpretiert. Wer auf einer Kontaktseite die Nummer findet und anruft, ist ein Erfolg und taucht trotzdem als Absprung auf.
A/B-Test
Zwei Fassungen einer Seite werden gleichzeitig ausgespielt und verglichen. Braucht ausreichend Fallzahlen, sonst misst man Zufall. Bei kleinen Websites führt eine durchdachte Änderung meist weiter als ein Test.

Recht und Zugänglichkeit

BFSG
Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Setzt eine europäische Richtlinie um und stellt seit Juni 2025 Anforderungen an bestimmte digitale Angebote im Verbrauchergeschäft. Ob ein Betrieb betroffen ist, gehört anwaltlich geprüft.
WCAG
Internationaler Standard für zugängliche Webinhalte, auf den sich die gesetzlichen Anforderungen im Kern beziehen. Gegliedert in Stufen, wobei in der Praxis die mittlere Stufe als Maßstab dient.
Alternativtext
Beschreibung eines Bildes im Quelltext, vorgelesen von Hilfsmitteln und ausgewertet von Suchmaschinen. Rein schmückende Bilder gehören ins Stylesheet statt in den Inhalt, dann braucht es auch keinen Text.
Kontrastverhältnis
Maß für den Unterschied zwischen Text- und Hintergrundfarbe. Für normalen Text gilt mindestens 4,5 zu 1. Helles Grau auf Weiß sieht luftig aus und ist für viele Menschen schlicht nicht lesbar.
DSGVO
Europäische Datenschutz-Grundverordnung. Regelt, unter welchen Voraussetzungen personenbezogene Daten verarbeitet werden dürfen und welche Rechte Betroffene haben, etwa auf Auskunft und Löschung.
Auftragsverarbeitung
Vertragliche Grundlage dafür, dass ein Dienstleister Daten in deinem Auftrag verarbeitet. Nötig bei Hosting, Analysewerkzeugen und den meisten Diensten, die im Hintergrund einer Website mitlaufen.
Impressumspflicht
Verpflichtung, Anbieterangaben leicht erkennbar und ohne Umwege erreichbar zu machen. Gilt für geschäftsmäßige Onlineangebote und erstreckt sich auch auf Profile in sozialen Netzwerken.
KI-Verordnung
Europäisches Regelwerk zum Einsatz künstlicher Intelligenz. Neben Vorgaben für riskante Anwendungen enthält sie seit Februar 2025 eine breit greifende Anforderung an die Kompetenz der Menschen, die solche Systeme nutzen.

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